Tagebucheintrag 19.10.2022
Ich weiß nicht, warum die Deutsche Bahn immer noch Fahrkarten auf den Markt schmeißt, die nur für bestimmte Verbindungen gelten. Um es einmal klar zu sagen: Die Bahn ist nicht in der Lage, Verbindungen einzuhalten. Ob es technische Probleme sind, wie Türen, die sich nicht öffnen oder schließen lassen, oder die Koordination verschiedener Züge auf einer Strecke. Ich habe mich mit mehreren Leuten unterhalten, die wie ich von Hamburg nach Paris wollten. Der Anschlusszug in Karlsruhe war aufgrund unserer üblichen Verspätung längst weg. Statt wie geplant in Karlsruhe umzusteigen, fuhren wir also erst einmal weiter nach Baden-Baden, stiegen dann in den deutlich schnelleren TGV nach Marseille um, um unseren ICE zu überholen und dann in Straßburg auf ihn zu stoßen. Das war ein etwas gewagtes Unternehmen, weil nicht klar war, welcher der beiden Züge zuerst in Straßburg ankäme. Unterm Strich hatten wir aber Glück, auch wenn es wegen der Platzreservierungen ein kleines Durcheinander gab
Nachdem ich im Hotel eingecheckt hatte, galt mein erster Besuch dem Canal St. Martin. Ich hatte in “Emily in Paris” – ja, ich gebe es zu – Bilder von ihm gesehen und erwartete jetzt entlang des Quais jede Menge Trubel und Lichter. Der Trubel konzentrierte sich aber vor allem auf die unzähligen Restaurants und Cafés entlang der Strecke.
Meinen ersten kleinen Glücksmoment hatte ich, als jemand am Wasser sein Saxophon auspackte und eine wunderschön getragene Version von “My funny Valentine” zum Besten gab. Es war Zeit, endlich zur Ruhe zu kommen und den Stress der Fahrt abzuwerfen.
Dementsprechend ließ ich den Abend in einem Bistro ausklingen. Das Wetter war trocken und angenehm warm. Ich konnte etwas essen, trinken und gemütlich eine Gauloises rauchend den Menschen zusehen.
