Die schönste Sache der Welt

Meine erste Veröffentlichung und bis jetzt auch mein größter Erfolg war „Die schönste Sache der Welt“. Sechs Geschichten von jener öffentlich-rechtlichen, ein bisschen voyeuristischen, nie aber ins pornografisch abrutschenden Erotik. Leider keine eigenen Phantasien, sondern lediglich ein „Buch zur Fernsehserie“. Denn Ende der 90er Jahre versuchte sich der WDR an dem Sujet. Bekannte Filmemacher wurden gefragt, ob sie nicht Lust hätten, einen erotischen Kurzfilm von ca. 30 min. länge zu produzieren.

Bob Rafelson (Easy Rider) machte ebenso mit wie Ken Russel (Gothic) oder Detlev Buck (Wir können auch anders). Susan Seidelman (Susan… verzweifelt gesucht) erhielt für ihren Beitrag gar eine Oscar-Nominierung. Und ein Quotenerfolg wurde die Reihe obendrein: erreichte die ARD am späten Freitagabend oft weniger als 1,5 Millionen Zuschauer, lockten die erotischen Kurzfilme im Schnitt 2,5 Millionen Menschen zu ihrem Sender. In der Altersgruppe von 14-49 Jahre verdoppelte sich der Marktanteil gar von sechs auf rund 12%. Da lag eine Zweitauswertung in Buchform nahe. 

Auch die Buchversion funktionierte ziemlich gut. Der „Playboy“ druckte eine der Geschichten auf acht Seiten in seinem Magazin nach, eine andere der Geschichten wurde gar in Farsi übersetzt und in einer Zeitschrift für Exil-Iraner, Sharazad, veröffentlicht. Auch das „Lexikon der erotischen Literatur“ druckte eine mehrseitige Rezension, wenn sich diese auch auf das Nacherzählen der Geschichten beschränkte.

Sechs Geschichten sind in diesem Band versammelt. In der „unersättlichen Miss Kirsch“ erliegt ein Schriftsteller der irrationalen Faszination einer jungen Frau, die aus ihrer Sinnlichkeit kein Hehl macht. Bald schon folgt er ihr heimlich auf ihren Spaziergängen an der Südküste Englands. Was ihn vollends um den Verstand bringt, ist das leise Summen eines elektrischen Motors, das er durch die Wände vernimmt…

Berührungen“ erzählt die Geschichte zweier Freundinnen: Sarah ist Kunstmalerin und hat sich für das Single-Dasein entschieden. Christine hingegen, eines ihrer Modelle, verkümmert in einer Beziehung zu einem Mann, der nicht in der Lage ist, ihre Bedürfnisse wahrzunehmen. Aber in einem Landhaus inmitten der australischen Dandenong Ranches gelingt es Christine mit Sarahs Hilfe, ihre Sinnlichkeit und ihr Selbstbewusstsein wiederzufinden.

Eine alte indische Legende erzählt „Die Himmelspforte„: Der Papagei Hiraman unterweist die Prinzessin Kurangi in der Liebeskunst, und weiß – hellseherisch begabt – auch um ihren zukünftigen Liebsten, den verzauberten Prinzen Ratnasen. Doch bevor sich die beiden Liebenden in die Arme fallen können, muß Hiraman den Prinzen erst einmal zu Kurangis Schloß bringen. Und selbst dann sind noch nicht alle Probleme gelöst…

Um Teenagersorgen und -träume geht es in „Vroom„, das im Süden Amerikas spielt. Leroy ist in seiner Clique ein Außenseiter. Als er eine alte Vodoo-Zauberin vor einem Verkehrsunfall bewahrt, hat er zwar einen Wunsch frei, jedoch zwei übergroße Bedürfnisse. So bekommt er ein Motorrad, das sich bei nächtlicher Fahrt in eine schöne junge Frau verwandelt. Leroy jedoch ist zu jung, um sein Glück lange genießen zu können…

Noch weiter ins Phantastische spielt „der flämische Meister„: Teresa, eine junge Zahnarzthelferin verliebt sich in die Figur eines Bildes im „Metropolitan Museum of Art“. Stundenlang sitzt sie vor dem Gemälde und plötzlich kommt es ihr vor, als zwinkere der Mann auf dem Bild ihr zu. Eine hoffnungslose Liebe, scheint es, doch Teresa überwindet etliche Hindernisse, um ihren Traummann für sich zu gewinnen – sehr zur Verwunderung ihrer Freundinnen und ihres Verlobten.

Den Abschluß des Bandes bildet „Feucht„, ein eigenwilliger Kommentar zum Thema „Waffen einer Frau“: Kurz vor Ladenschluß betritt die attraktive Davida den Sanitärladen von Bruce Lomann. Sie braucht eine Badewanne, und sie braucht sie sofort. Vor dem Kauf jedoch möchte sie die Wanne testen. Bruce wartet, bis seine Angestellten gegangen sind, dann läßt er das Wasser einlaufen. Doch er kennt nicht die wahren Absichten Davidas.

Das Buch ist heute nur noch gebraucht und als Hardcover zu bekommen. Da der Verlag aber damals eine ziemlich große Auflage gedruckt hat, ist es gut über die einschlägigen Online-Antiquariate zu bekommen. Hier stellvertretend für die anderen Händler der Link zum Buch auf dem Amazon Marketplace: https://www.amazon.de/gp/offer-listing/3547757266/

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