Auf Nebenwegen von Heimfeld nach Neuwiedenthal

Nachdem ich meine Routen lange Zeit mit Komoot geplant habe, entdecke ich langsam etwas wieder, was ich früher häufiger praktiziert habe. Ich nenne es „The Art of Strolling“. Es gibt dabei zwei Regeln: Wenn du an eine Weggabelung kommst, nimmt den Weg, den du länger nicht benutzt hast. Im Idealfall ist ein Weg völlig neu für dich. Dann gilt ab dort die zweite Regel: Wähle von den beiden Wegen denjenigen, der schmaler/weniger begangen ist. Das erinnert natürlich nicht von ungefähr an Robert Frost: „Zwei Wege boten sich mir dar. Ich nahm den Weg, der weniger begangen war und das veränderte mein Leben.“ Daneben ist es aber auch eine tolle Technik, eine Gegend kennenzulernen. Und sie bewahrt davor, beim Spazierengehen in Routinen zu verfallen und immer dieselben Routen zu benutzen. Ich habe heute auf diese Weise ein paar neue Heidelbeerfelder entdeckt und freue mich schon auf die Zeit, wenn sie reif sind.

Zum Thema „Strolling“: Ich habe dafür noch keinen besseren Begriff gefunden. So wie ich das verstehe, hat „Strolling“ etwas von „Spazierengehen“, aber auch einen Beigeschmack von „Flanieren“, was eigentlich nicht passt. „Straying“ würde sich anbieten, ist aber zu negativ konnotiert. „Rambling“ klingt zu sehr nach Wanderverein und festgelegter Route. Aus dem gleichen Grund scheiden „Hiking“ und „Trecking“ aus. „Roaming“ vielliecht, so wie die Katzen ihre Gebiete durchstreifen. Falls ihr im Englischen bewandert seid, lasst gern einen Kommentar da.

Wieso es überhaupt Englisch sein muss? Vielleicht deswegen, weil mir auf Deutsch erst recht kein passender Begriff einfällt, der den beiden oben genannten Regeln gerecht würde. Und manchmal bringen es die Amerikaner mit ihren kurzen Begriffen tatsächlich auf den Punkt.

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